In Katalonien drohen am Samstag, 17. Oktober, örtlich sintflutartige Regenfälle. Der spanische Zivilschutz hat für sieben besonders gefährdete Regionen die rote Warnstufe aktiviert und Warnmeldungen über das System ES-Alert an Mobiltelefone verschickt. Die Bevölkerung wird aufgefordert, unnötige Fahrten zu vermeiden und sich von Flüssen, Bächen und möglichen Überschwemmungsgebieten fernzuhalten. Gleichzeitig nähert sich dem Mittelmeerraum ein weiteres Unwetter, das ab Sonntag besonders die Regionen Valencia und Alicante treffen könnte.
In mehreren Gebieten im Nordosten Spaniens herrscht höchste Aufmerksamkeit wegen drohender Starkregenfälle. Der katalanische Zivilschutz hat im Rahmen des Hochwasserschutzplans Inuncat Warnmeldungen an die Bevölkerung verschickt. Besonders betroffen sind zunächst die Regionen Maresme, Vallès Oriental und Selva. Im weiteren Verlauf des Samstags verlagert sich die größte Gefahr in Richtung Barcelona und die südwestlich angrenzenden Gebiete.
Die Behörden rechnen örtlich mit außergewöhnlich intensiven Niederschlägen. Innerhalb von nur 30 Minuten könnten bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Über einen Zeitraum von drei Stunden werden stellenweise sogar bis zu 90 Liter erwartet.
Solche Regenmengen können insbesondere in dicht bebauten Stadtgebieten, an Unterführungen sowie entlang kleiner Flüsse und trockener Bachläufe innerhalb kurzer Zeit gefährliche Überschwemmungen auslösen.
Sieben Regionen mit roter Unwetterwarnung
Die Warnungen gelten für unterschiedliche Zeiträume, da sich die Schwerpunkte der Niederschläge im Laufe des Tages verändern sollen.
Samstag, 17. Oktober, von 14 bis 20 Uhr:
Für folgende Regionen gilt die rote Warnstufe:
- Maresme
- Vallès Oriental
- Selva
In diesem Zeitraum besteht nach Einschätzung des Zivilschutzes ein sehr hohes Risiko durch intensive Regenfälle.
Samstag, 17. Oktober, von 20 Uhr bis Sonntag, 18. Oktober, 2 Uhr:
Die rote Warnstufe gilt anschließend für:
- Barcelonès
- Vallès Occidental
- Baix Llobregat
- Garraf
Damit rückt insbesondere der Großraum Barcelona am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag in den Mittelpunkt der Unwetterlage.
Die Gefahrenstufe Rot entspricht in diesem Warnsystem einem Risiko von fünf auf einer sechsstufigen Skala.
ES-Alert: Warnmeldungen direkt auf Mobiltelefone
Der katalanische Zivilschutz hat begonnen, die Bevölkerung über das staatliche Warnsystem ES-Alert zu informieren.
Die Warnungen werden zeitlich gestaffelt verschickt, entsprechend der erwarteten Entwicklung der Wetterlage.
Menschen, die sich in Grenzgebieten zwischen mehreren betroffenen Regionen aufhalten, können deshalb auch zwei Warnmeldungen erhalten.
Besonders bemerkenswert ist, dass zahlreiche Warnungen bereits auf Mobiltelefonen eingingen, obwohl der Himmel vielerorts noch weitgehend unauffällig erschien.
Die Behörden betonen jedoch, dass sich die Wetterlage innerhalb kurzer Zeit erheblich verschlechtern kann.
Joan Ramon Cabello, stellvertretende Leitung des Bereichs Prävention beim katalanischen Zivilschutz, erklärte, dass örtlich sintflutartige Niederschläge möglich seien. Allerdings werde nicht damit gerechnet, dass die Regenfälle eine vergleichbare räumliche Ausdehnung, Dauer und Gesamtmenge wie das außergewöhnliche Unwetter vor zwei Wochen erreichen.
Orange Warnstufe in zahlreichen weiteren Regionen
Neben den sieben Gebieten mit zeitweilig roter Warnstufe sind zahlreiche weitere Regionen Kataloniens betroffen.
Für Samstag zwischen 14 und 20 Uhr gilt die orange Warnstufe in Vallès Occidental, Barcelonès, Gironès, Pla de l’Estany, Garrotxa und Osona.
Gelbe Warnungen bestehen für Baix Llobregat, Moianès, Lluçanès, Berguedà, Ripollès und Baix Empordà.
Ab 20 Uhr verändert sich die Warnlage deutlich.
Während Barcelonès, Vallès Occidental, Baix Llobregat und Garraf auf Rot wechseln, gilt die orange Warnstufe für Maresme, Vallès Oriental, Osona, Lluçanès, Berguedà, Bages, Moianès, Alt Penedès und Baix Penedès.
Gelbe Warnungen bestehen in diesem Zeitraum für Selva, Solsonès, Anoia, Alt Camp und Tarragonès.
Auch in den orange markierten Gebieten rechnen die Behörden mit erheblichen Auswirkungen durch örtlich intensive Niederschläge.
Zivilschutz fordert Bevölkerung auf, Mobilität einzuschränken
Angesichts der Wetterlage appelliert der Zivilschutz eindringlich an die Bevölkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden.
Besonders gefährlich können kleinere Straßen, Unterführungen und Verkehrswege sein, die durch plötzlich auftretende Wasseransammlungen überflutet werden.
Die Behörden empfehlen deshalb, während der gefährlichsten Stunden möglichst zu Hause zu bleiben.
Zu den wichtigsten Sicherheitsempfehlungen gehören:
- Unnötige Autofahrten und längere Wege vermeiden.
- Flüsse, Bäche, Schluchten und trockene Flussbetten meiden.
- Überflutete Straßen niemals mit dem Fahrzeug oder zu Fuß überqueren.
- Outdoor-Aktivitäten während der Unwetterphase verschieben.
- Bei Überschwemmungsgefahr höher gelegene Stockwerke aufsuchen.
- Keller, Tiefgaragen und unterirdische Räume meiden.
Wer unbedingt unterwegs sein muss, sollte zusätzliche Zeit einplanen und die Wetterentwicklung aufmerksam verfolgen.
Wird man von starken Niederschlägen überrascht, empfiehlt der Zivilschutz, rechtzeitig Schutz in einem sicheren Gebäude zu suchen.
Ab Sonntag auch starker Wind mit bis zu 70 km/h
Nach Angaben des katalanischen Wetterdienstes Meteocat wird die Unwetterlage ab Sonntag zusätzlich von Störungen im Mittelmeerraum begleitet.
Dabei können Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde auftreten.
Die Kombination aus Starkregen und kräftigem Wind könnte die Situation in den betroffenen Küstenregionen zusätzlich erschweren.
Die derzeitige Regenepisode soll nach den Prognosen im Laufe des Sonntags gegen Mittag abklingen.
Allerdings steht bereits eine weitere Wetterentwicklung bevor.
Neues Unwetter Adam: Auch Valencia und Alicante im Fokus
Während Katalonien zunächst mit heftigen Regenfällen rechnen muss, richtet sich der Blick der Meteorologen bereits auf ein weiteres Tiefdrucksystem.
Eine sogenannte DANA, ein isoliertes Höhentief, nähert sich dem Mittelmeerraum. Das System trägt den Namen Adam und könnte ab Sonntag und Montag erneut ergiebige Niederschläge verursachen.
Besonders betroffen könnten die valencianischen Küstengebiete Marina Alta im Norden der Provinz Alicante und La Safor im Süden der Provinz Valencia sein.
Für diese Gebiete wurden ebenfalls rote Regenwarnungen angekündigt.
Die Leiterin des Bereichs Vorhersage und Überwachung bei Meteocat, Clara Cruset, erklärte, dass Katalonien nach den bisherigen Berechnungen eher am Rand dieses neuen Wettersystems liege.
Anders als bei den für Samstag erwarteten örtlich sintflutartigen Schauern könnte die DANA vor allem großflächigere und länger anhaltende Niederschläge mit sich bringen.
Cruset betonte zugleich, dass isolierte Höhentiefs schwer vorherzusagen seien und ihre weitere Entwicklung aufmerksam beobachtet werden müsse.
Zwei aufeinanderfolgende Unwetterlagen im Mittelmeerraum
Für den Osten und Nordosten Spaniens zeichnet sich damit ein wetterbedingt schwieriges Wochenende ab.
Während Katalonien am Samstag und in der Nacht zum Sonntag mit örtlich extremen Niederschlägen rechnen muss, könnte sich der Schwerpunkt anschließend in Richtung der Valencianischen Gemeinschaft verlagern.
Die Behörden appellieren an Einwohner und Besucher, offizielle Warnmeldungen ernst zu nehmen und insbesondere während der roten Warnstufen auf vermeidbare Fahrten zu verzichten.
Gerade in den Küstenregionen Spaniens können heftige Regenfälle innerhalb weniger Minuten Straßen überfluten und bislang unauffällige Wasserläufe in gefährliche Strömungen verwandeln.
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