Der große Spanien-Überlebensguide

Enric Mas hat die 81. Ausgabe der Spanien-Rundfahrt La Vuelta gewonnen und damit als erster spanischer Fahrer seit Alberto Contador im Jahr 2014 den Gesamtsieg bei der Heimatrundfahrt errungen. Der Triumph wurde am Sonntag nach der Schlussetappe in Granada offiziell, nachdem die Rennleitung die Zeiten für die Gesamtwertung vor dem Finale neutralisiert hatte.

Die letzte Etappe gewann der Norweger Tobias Johannessen. Der Fahrer von Uno-X Mobility setzte sich im Schlusssprint einer Ausreißergruppe gegen den Italiener Alessandro Romele und den Belgier Ramses Debruyne durch.

Historischer Erfolg für den spanischen Radsport

Für Enric Mas ist der Gesamtsieg der größte Erfolg seiner Karriere. Nach mehreren Podiumsplätzen bei der Vuelta – 2018 sowie 2021 und 2022 – und Rang drei im Jahr 2024 gelang ihm nun erstmals der Sprung auf die oberste Stufe des Siegerpodests.

Der 31-Jährige ist zugleich der erste Spanier seit Alberto Contador, der eine Grand Tour gewinnt. Zudem wurde Mas zum 25. spanischen Sieger der Vuelta und zum 28. spanischen Gewinner einer Grand Tour.

Auch für das Movistar Team besitzt der Erfolg besondere Bedeutung. Die Teamstruktur feierte damit ihren fünften Gesamtsieg bei der Spanien-Rundfahrt nach den Erfolgen von Pedro Delgado (1989), Abraham Olano (1998), Alejandro Valverde (2009) und Nairo Quintana (2016).

Neutralisierte Schlussphase in Granada

Die Organisatoren entschieden rund 9,8 Kilometer vor dem Ziel, die Zeiten für die Gesamtwertung zu neutralisieren. Dadurch stand der Gesamtsieg von Enric Mas bereits vor dem eigentlichen Finale fest.

Die Schlussetappe endete auf einer ungewöhnlichen Strecke mit einer ansteigenden Zielankunft am Fuße der Alhambra in Granada.

Während Teams ihre Chancen auf den Tagessieg suchten, entwickelte sich im Finale ein Rennen einer kleinen Spitzengruppe. Pello Bilbao versuchte mit mehreren Attacken, sich zum Abschluss der Rundfahrt mit einem Etappensieg zu belohnen, wurde jedoch kurz vor dem Ziel wieder gestellt.

Im letzten Kilometer setzte sich schließlich Tobias Johannessen entscheidend durch und gewann die Etappe vor Alessandro Romele und Ramses Debruyne.

Später Lohn für Enric Mas

Mit 31 Jahren gehört Enric Mas zu den älteren Gesamtsiegern der jüngeren Vuelta-Geschichte. Seit Chris Horner, der die Rundfahrt 2013 im Alter von 41 Jahren gewann, war kein älterer Fahrer mehr erfolgreich. Unter den Grand Tours war seither lediglich Geraint Thomas bei seinem Tour-de-France-Sieg 2018 älter.

Für Mas endet damit eine lange Phase des Wartens auf den größten Erfolg seiner Laufbahn. Gleichzeitig beendet sein Triumph eine zwölfjährige Durststrecke des spanischen Radsports bei der heimischen Grand Tour.

Newsletter abonnieren:

Dein Weg