Aufkleber wie „Baby an Bord“, „Kleine Prinzessin an Bord“ oder sogenannte „glückliche Familien“-Sticker auf der Heckscheibe erfreuen sich großer Beliebtheit. Sicherheitsexperten warnen jedoch davor, dass diese scheinbar harmlosen Motive mehr persönliche Informationen preisgeben können, als vielen Fahrzeughaltern bewusst ist.
Warnung aus der Region Madrid
Die Stadtverwaltung von Pozuelo de Alarcón bei Madrid hat Autofahrer erneut dazu aufgerufen, Familienaufkleber von ihren Fahrzeugen zu entfernen. Besonders problematisch seien Darstellungen, die Eltern, Kinder und Haustiere zeigen. Manche Varianten enthalten zusätzlich Vor- oder sogar Nachnamen der Familienmitglieder.
Welche Informationen Kriminelle daraus ableiten können
Nach Angaben eines Guardia-Civil-Beamten namens Rubén können solche Aufkleber Kriminellen wertvolle Hinweise liefern. Die Anzahl der Familienmitglieder, das Vorhandensein von Kindern oder Haustieren sowie weitere Details könnten bei der Planung von Einbrüchen, Betrugsdelikten oder anderen Straftaten ausgenutzt werden.
Auch zusätzliche Symbole können Rückschlüsse ermöglichen. Figuren mit Tennisschläger oder Fußball könnten auf Freizeitaktivitäten von Kindern hinweisen. Darstellungen von Erwachsenen mit Uniform oder Aktentasche könnten Hinweise auf Beruf, Arbeitszeiten oder den sozialen Hintergrund einer Familie geben.
Vertrauen gezielt erschleichen
Nach Angaben des Notfallteams von Pozuelo de Alarcón könnten Täter die auf den Aufklebern enthaltenen Informationen nutzen, um insbesondere Kinder gezielt anzusprechen und Vertrauen aufzubauen. Werden Namen oder Hinweise auf Familienmitglieder und Haustiere verwendet, kann dadurch der Eindruck entstehen, dass der Fremde zur Familie gehört oder von den Eltern geschickt wurde.
Darüber hinaus können persönliche Angaben auf Fahrzeugen auch für Identitätsbetrug von Interesse sein. Namen oder Initialen von Kindern werden nach Angaben der Warnung häufig als Bestandteile von Passwörtern verwendet.

Empfehlung für Autofahrer
Fahrlehrerin Marta empfiehlt, Familienaufkleber nach Möglichkeit vollständig zu entfernen. Wer die grafischen Figuren behalten möchte, sollte zumindest auf Vor- und Nachnamen verzichten.
Außerdem wird geraten, Fahrzeugdokumente nicht sichtbar im geparkten Auto aufzubewahren, da auch diese persönliche Daten preisgeben können. Als unproblematische Alternative gelten neutrale Aufkleber ohne persönliche Informationen.











