Der große Spanien-Überlebensguide

Der Sommer in Spanien bedeutet Sonne, Strand und Outdoor-Aktivitäten. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko für Hitzeschläge, Badeunfälle, Quallenstiche oder Verletzungen bei Wanderungen. Wer die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen kennt, kann im Ernstfall schnell und richtig handeln. Nachrichten.es fasst die wichtigsten Empfehlungen für Urlauber, Auswanderer und Residenten zusammen.


Der Sommer in Spanien bringt auch gesundheitliche Risiken mit sich

Ob an der Costa Blanca, der Costa del Sol, auf Mallorca, den Kanaren oder im Landesinneren – während der Sommermonate verbringen viele Menschen deutlich mehr Zeit im Freien. Die hohen Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und zahlreiche Freizeitaktivitäten führen jedoch dazu, dass Rettungsdienste häufiger zu Notfällen gerufen werden.

Zu den häufigsten Vorfällen gehören Hitzeschläge, Sonnenbrände, Badeunfälle, Insekten- und Quallenstiche sowie kleinere Verletzungen wie Schnitte, Prellungen oder Verstauchungen.

Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich viele dieser Notfälle vermeiden.

Fünf einfache Regeln für einen sicheren Sommer

  • Schützen Sie sich mit Sonnencreme, Kopfbedeckung und leichter Kleidung vor der intensiven Sonne.
  • Trinken Sie regelmäßig Wasser und vermeiden Sie längere Aufenthalte in der Mittagshitze.
  • Tragen Sie geeignetes Schuhwerk bei Wanderungen oder Ausflügen.
  • Beachten Sie an Stränden die Flaggen und Hinweise der Rettungsschwimmer.
  • Lassen Sie Kinder im und am Wasser niemals unbeaufsichtigt.

Hitzschlag: Ein medizinischer Notfall

Ein Hitzschlag gehört zu den gefährlichsten Folgen extremer Temperaturen. Er kann auch ohne direkte Sonneneinstrahlung auftreten und entwickelt sich häufig sehr schnell.

Besonders gefährdet sind:

  • ältere Menschen
  • Kleinkinder
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetiker
  • Personen mit chronischen Erkrankungen
  • Sportler und körperlich arbeitende Menschen

Warnzeichen

  • starke Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Verwirrtheit
  • schnelle Atmung
  • Krampfanfälle
  • Bewusstlosigkeit

Erste Hilfe

  • Die betroffene Person sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort bringen.
  • Kleidung lockern oder entfernen.
  • Körper mit feuchten Tüchern oder Wasser kühlen.
  • Kühlpacks an Hals, Achseln und Leisten anlegen.
  • Beine leicht hochlagern.
  • Sofort den Notruf 112 wählen.

Quallen- und Insektenstiche

Quallenstiche

Vor allem an den Mittelmeerküsten Spaniens treten während der Sommermonate regelmäßig Quallen auf.

So reagieren Sie richtig

  • Nur mit Meerwasser abspülen.
  • Tentakel vorsichtig entfernen.
  • Kein Süßwasser verwenden.
  • Kein Essig oder Ammoniak auftragen.

Kommt es zu Atemproblemen, Kreislaufbeschwerden oder starken Schwellungen, sollte umgehend medizinische Hilfe angefordert werden.

Mückenstiche

Mücken kommen besonders in Küstenregionen, Feuchtgebieten und in der Nähe von Gewässern häufig vor.

Die Einstichstelle sollte mit Wasser und Seife gereinigt und anschließend gekühlt werden.

Bienen- und Wespenstiche

Ist ein Bienenstachel sichtbar, sollte er vorsichtig entfernt werden. Anschließend hilft Kühlung gegen Schmerzen und Schwellungen.

Bei allergischen Reaktionen muss sofort der Notruf verständigt werden.


Badeunfälle: Schnelles Handeln kann Leben retten

An Spaniens Stränden und Pools kommt es jedes Jahr zu Badeunfällen.

Die betroffene Person sollte möglichst sicher aus dem Wasser gebracht werden.

Wichtig ist, nicht zu versuchen, Wasser aus der Lunge zu drücken. Stattdessen sollte die Person warm gehalten werden.

Bei Atem- oder Herzstillstand gilt:

  • sofort den Notruf 112 wählen
  • unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen

Schnitte und Wunden

Kleinere Wunden sollten mit sauberem Wasser gereinigt und anschließend steril abgedeckt werden.

Bei starken Blutungen hilft eine sterile Kompresse mit Druck auf die Wunde. Anschließend sollte ärztliche Hilfe aufgesucht werden.


Verstauchungen und Prellungen

Bei Verstauchungen gilt die PECH-Regel:

  • Pause
  • Eis beziehungsweise Kühlung
  • Compression (Druckverband)
  • Hochlagern

Prellungen verursachen häufig Blutergüsse und Schwellungen. Kühlung lindert die Beschwerden. Eis sollte jedoch niemals direkt auf die Haut gelegt werden.


Verbrennungen

Die verbrannte Stelle sollte zehn bis fünfzehn Minuten unter kühlem Wasser gekühlt werden.

Danach:

  • steril abdecken
  • keine Salben oder Cremes auftragen
  • bei größeren Verbrennungen sofort medizinische Hilfe verständigen

Ohnmacht

Bewusstseinsklaren Betroffenen hilft häufig das Hochlagern der Beine.

Gleichzeitig sollte die Atmung kontrolliert werden.


Krampfanfälle

Während eines Krampfanfalls sollte die Person nicht festgehalten werden.

Entfernen Sie Gegenstände, an denen sie sich verletzen könnte, schützen Sie den Kopf und kontrollieren Sie nach dem Anfall die Atmung.


Chemikalien

Hautkontakt

Mindestens 15 Minuten mit viel Wasser spülen und verschmutzte Kleidung entfernen.

Augenkontakt

Augen sofort mit reichlich Wasser ausspülen und ärztlich untersuchen lassen.

Einatmen

Betroffene an die frische Luft bringen und bei Atemproblemen den Rettungsdienst verständigen.

Verschlucken

Unverzüglich medizinische Hilfe anfordern. Kein Erbrechen auslösen, sofern dies nicht ausdrücklich von medizinischem Fachpersonal empfohlen wird.


Notruf in Spanien

Die europaweit gültige Notrufnummer 112 ist in ganz Spanien kostenlos erreichbar. Über die Leitstellen werden Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei alarmiert. In vielen Regionen stehen Dolmetscher oder mehrsprachige Mitarbeiter zur Verfügung, sodass häufig auch eine Verständigung auf Deutsch oder Englisch möglich ist.


Fazit

Die meisten Sommernotfälle lassen sich durch umsichtiges Verhalten vermeiden. Wer ausreichend trinkt, sich vor der Sonne schützt, Warnhinweise an Stränden beachtet und grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen kennt, ist für den Ernstfall besser vorbereitet. Sollte dennoch ein Notfall eintreten, gilt: Ruhe bewahren, den Notruf 112 verständigen und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte angemessen helfen.

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