Ein schwerer Waldbrand hat die Gemeinde Los Gallardos in der Provinz Almería erschüttert. Bei dem Feuer kamen nach dem aktuellen Stand mindestens elf Menschen ums Leben. Die Zahl der Todesopfer bestätigte der andalusische Minister für Präsidentschaft, Inneres, sozialen Dialog und Verwaltungsvereinfachung, Antonio Sanz, am Freitagmorgen. Zuvor war zunächst von sechs Todesopfern ausgegangen worden.
Mehrere Opfer wurden in Fahrzeugen entdeckt, die von den Flammen erfasst worden waren. Unter welchen Umständen die Menschen ums Leben kamen, wurde bislang nicht bekanntgegeben. Auch die Identität der Verstorbenen wurde bisher nicht veröffentlicht.
🔴 #IFLosGallardos (#Almería). Estas imágenes nos ayudan a entender la magnitud de este incendio y las condiciones en las que han trabajado los bomberos forestales. pic.twitter.com/YCUFZ39OQt
— EMA INFOCA (@Plan_INFOCA) July 10, 2026
Mehrere Schwerverletzte
Neben den Todesopfern wurden mindestens drei Menschen schwer verletzt. Ein Mann erlitt schwere Verbrennungen. Eine Frau mit Verbrennungen wurde in das Universitätskrankenhaus Torrecárdenas in Almería gebracht. Eine weitere Person musste nach einer Rauchgasvergiftung ebenfalls dorthin transportiert werden.
Vier weitere Betroffene wurden vor Ort wegen Atemwegsbeschwerden und leichter Verbrennungen medizinisch versorgt.
🔴 Elevamos el @Plan_INFOCA en #Almería a fase de emergencia, situación operativa 2, ante la evolución y el potencial del #IFLosGallardos
— Antonio Sanz Cabello (@antoniosanz) July 9, 2026
Trabajan ya 150 efectivos de EMA Infoca apoyados por 5 vehículos autobombas
Pedimos máxima prudencia a la población:
🚫 Evita la zona
👮♂️… pic.twitter.com/HzKaUVsniR
Umfangreiche Evakuierungen
Das Feuer führte zu groß angelegten Evakuierungen in mehreren Ortschaften der Levante-Region von Almería. Betroffen sind die Ortsteile Almocáizar, Fuente del Albarico, Los Pinos, La Serena, Pinar de Bédar sowie ein Touristenkomplex in der Umgebung.
Die Evakuierung von Bédar gestaltete sich besonders schwierig, da die wichtigste Zufahrtsstraße durch das Feuer blockiert war. Zahlreiche Menschen mussten deshalb nach Lubrín ausweichen, wo rund 100 Evakuierte von Gemeinde und Anwohnern aufgenommen wurden.
Weitere 54 Betroffene werden im Veranstaltungszentrum von Los Gallardos durch Rettungskräfte und Freiwillige des Roten Kreuzes betreut.
Straßen gesperrt
Die Flammen führten außerdem zur Sperrung zweier wichtiger Verkehrsverbindungen der Provinz. Betroffen sind die Autobahn A-7 zwischen den Kilometern 709 und 714 sowie die Nationalstraße N-340A im Bereich der Brandfront.
Im Bereich des Kilometers 511 der N-340A ereignete sich ein besonders schwerer Abschnitt der Katastrophe. Der Notruf 112 registrierte mehr als 150 Anrufe zum Brandausbruch.
Unbestätigten Angaben zufolge könnte der Ausfall einer Stromleitung den Brand ausgelöst haben. Diese Information konnte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig bestätigt werden.
Wind erschwert Löscharbeiten
Antonio Sanz rief wegen der dramatischen Lage die Notfallphase des Infoca-Plans (Betriebssituation 2) aus.
Nach Angaben der Einsatzkräfte erschweren Windböen von bis zu 70 Stundenkilometern die Löscharbeiten erheblich. Hinzu kommen die trockene Vegetation und die Ausbreitung des Feuers in einem stark mit Espartogras bewachsenen Gebiet.
Zur Unterstützung wurde die Militärische Nothilfeeinheit (UME) aktiviert. Rund 150 Forstbrandbekämpfer sind gemeinsam mit Feuerwehr, medizinischen Spezialkräften sowie mobilen Wetter- und Führungseinheiten im Einsatz.
Anteilnahme der politischen Führung
Antonio Sanz rief die Bevölkerung dazu auf, die betroffenen Gebiete zu meiden und ausschließlich den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Die oberste Priorität bestehe darin, weitere Menschenleben zu schützen.
Der Präsident der Regionalregierung Andalusiens, Juanma Moreno, sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und bezeichnete die Ereignisse als eine Tragödie von außergewöhnlichem Ausmaß.
Auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte seine Anteilnahme. Er sprach den Familien der Verstorbenen sein Beileid aus, wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung und dankte den Einsatzkräften von Infoca, Zivilschutz, Sicherheitsbehörden und der Militärischen Nothilfeeinheit für ihren Einsatz.
Enorme tristeza y desolación ante las terribles consecuencias del incendio que afecta a la provincia de Almería.
— Pedro Sánchez (@sanchezcastejon) July 9, 2026
Quiero trasladar mis condolencias para los familiares de las personas fallecidas en el incendio forestal de Los Gallardos.
Mis deseos de una pronta recuperación a…











