Vor der Küste Mauretaniens hat sich eine entsetzliche humanitäre Katastrophe ereignet. Ein Boot, das mit über hundert Migranten auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln war, ist gesunken. Bis Freitagabend haben die mauretanischen Behörden die traurige Bilanz von mindestens 70 geborgenen Leichen bestätigt. Die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden, schwindet mit jeder Stunde.
Die gefährlichste Migrationsroute der Welt fordert erneut ihren Tribut
Das Unglück ereignete sich in der Küstenregion von M’haijratt, rund 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nouakchott. Nach Aussagen der wenigen Überlebenden war das Boot vor sechs Tagen von Gambia aus gestartet, mit dem Ziel, die spanischen Kanarischen Inseln zu erreichen. Diese als “Atlantikroute” bekannte Passage von der afrikanischen Küste nach Spanien gilt als eine der gefährlichsten der Welt. Jedes Jahr verlieren Tausende von Menschen bei dem Versuch, den Ozean in seeuntüchtigen Booten zu überqueren, ihr Leben.
Rettungseinsatz unter schwierigen Bedingungen
Die Küstenwache Mauretaniens ist unermüdlich im Einsatz. Bereits am Donnerstag konnten 20 Leichen geborgen und 17 Menschen aus den Fluten gerettet werden. Die Such- und Rettungsaktionen dauern an. Nun bereiten sich die Einsatzkräfte darauf vor, das gesunkene Wrack zu untersuchen, in der Hoffnung, mehr über das Schicksal der Vermissten zu erfahren. Bei den Insassen des Bootes handelte es sich hauptsächlich um Menschen aus Sambia und dem Senegal, die auf ein besseres Leben in Europa hofften. Doch für die meisten endete diese Hoffnung in den kalten Wellen des Atlantiks.
Eine alarmierende Bilanz
Die Zahlen zeichnen ein düsteres Bild der Situation auf dieser Route. Allein im Jahr 2024 erreichten nach offiziellen Angaben 46.843 Migranten Spanien über den Seeweg. Doch der Preis dafür ist hoch: Die spanische Nichtregierungsorganisation “Caminando Fronteras” dokumentierte im selben Zeitraum den Tod oder das Verschwinden von 9.757 Menschen. Jede einzelne Zahl steht für ein menschliches Schicksal, eine zerstörte Familie und einen geplatzten Traum. Die internationale Gemeinschaft steht vor der dringenden Aufgabe, Lösungen für diese humanitäre Krise zu finden.
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