Von Barcelona nach Gaza: Globale Sumud-Flottille sticht am Sonntag in See

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Greta Thunberg: Größte Gaza-Hilfsflottille startet von Spanien aus
Foto Soziale Medien

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg und Barcelonas ehemalige Bürgermeisterin Ada Colau werden an vorderster Front einer beispiellosen humanitären Mission stehen. Als Teil der “Globalen Sumud-Flottille” werden sie am kommenden Sonntag vom Hafen Barcelonas aus in See stechen, um dringend benötigte Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. Hunderte von Aktivisten aus 44 Ländern begleiten diese historische Reise, die als die “größte humanitäre Mission der Geschichte” bezeichnet wird und Lebensmittel, Wasser und weiteres Material transportiert.

Eine globale Allianz für humanitäre Hilfe

Für Thunberg und Colau ist es nicht der erste Versuch, die israelische Belagerung zu durchbrechen. Beide waren bereits an früheren, erfolglosen Initiativen beteiligt. Diesmal versammelt sich jedoch eine breite Koalition internationaler Unterstützer. Neben den prominenten Gesichtern werden auch weitere politische Vertreterinnen wie Lucía Muñoz, Koordinatorin von Podemos Baleares, und die CUP-Abgeordnete Pilar Castillejo an Bord sein. Die Teilnehmer, die bereits am Freitag in Barcelona eingetroffen sind, durchlaufen ein intensives Training zur Vorbereitung auf die Mission.

Barcelona als Zentrum der Solidarität

Die katalanische Hauptstadt wird am Wochenende zum Epizentrum der Solidarität. An der Moll de la Fusta finden zahlreiche Kultur- und Protestveranstaltungen statt, um die Expedition medienwirksam zu verabschieden. Das Programm umfasst Konzerte von namhaften Künstlern wie Lluís Llach, Macaco und Clara Peya sowie palästinensischen Musikern. Zudem sind Vorträge und politisch-kulturelle Aktivitäten in Zusammenarbeit mit verschiedenen pro-palästinensischen Organisationen geplant. Die Wahl fiel auf Barcelona, da die Stadt, so die Organisatoren, “einer der wichtigsten Häfen in Kämpfen und sozialen Bewegungen ist”. Dies markiert das erste Mal, dass eine Gaza-Flottille direkt von Spanien aus startet.

Die Route der Hoffnung: Von Barcelona über Tunis nach Gaza

Die Flotte, die am Sonntagmorgen ablegen wird, plant, am Donnerstag, den 4. September, in Tunesien anzukommen. Dort werden sich weitere Schiffe der Expedition anschließen, um die Schlagkraft der Mission zu erhöhen. Die Organisatoren erwarten, dass sich auch aus anderen Mittelmeerhäfen Schiffe anschließen oder die Mission symbolisch begleiten werden. An Bord der Schiffe befinden sich neben den Aktivisten auch Journalisten, Ärzte und politische Vertreter, um die Reise zu dokumentieren und medizinische Hilfe zu gewährleisten. Einige Schiffe sind thematisch ausgerichtet, wie etwa ein Boot für Frauen oder eines mit Veteranen der US-Armee.

Ziel Gaza: Zwischen Hoffnung und erwarteten Hindernissen

Nach einer geschätzten Reisedauer von sieben bis acht Tagen hoffen die Teilnehmer, den Gazastreifen zu erreichen und das gesamte humanitäre Material entladen zu können. Die Organisatoren setzen dabei auf die diplomatische Intervention verschiedener Regierungen, um eine sichere Passage zu gewährleisten. Trotz möglicher Hindernisse durch die israelische Regierung zeigen sie sich zuversichtlich und erinnern an das Jahr 2008, als es einer ähnlichen Mission gelang, Gaza auf dem Seeweg zu erreichen. Die Welt blickt nun auf Barcelona und hofft auf einen Erfolg dieser wichtigen Mission.


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