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Im Schlachthaus des Schreckens in Madrid: Sterbende Tiere, abgetrennte Köpfe und tote Ratten

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Im Schlachthaus des Schreckens in Madrid: Sterbende Tiere, abgetrennte Köpfe und tote Ratten

Ein erschütternder Fall von Tierquälerei und Gesundheitsgefährdung wurde in Madrid und Umgebung aufgedeckt: Die Guardia Civil hat bei der „Operation Pocken“ fünf Personen festgenommen und ermittelt gegen zwölf weitere wegen Verbrechen gegen die öffentliche Gesundheit, Tierquälerei, Dokumentenfälschung, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche. Im Zentrum der Ermittlungen stehen illegale Schlachthöfe, in denen kranke und sterbende Tiere unter entsetzlichen Bedingungen geschlachtet und deren Fleisch ohne Rückverfolgbarkeit an Restaurants und Privatpersonen verkauft wurde.

Das Schlachthaus des Grauens in San Fernando de Henares

Ein Feldweg nahe San Fernando de Henares, östlich von Madrid, führte die Ermittler zu einem scheinbar idyllischen Landhaus, das sich als Schauplatz unfassbaren Leids entpuppte. In einem heruntergekommenen Gehege fanden die Beamten der Seprona (Umweltschutzeinheit der Guardia Civil) über 200 kranke, sterbende und bereits tote Ziegen und Schafe. Der Gestank von Verwesung, umgeben von Dreck, abgetrennten Tierköpfen und Ratten, zeugt von den grausamen Zuständen. Einige Tiere litten sichtlich, andere waren bereits verrottet, darunter eine Ziege mit einem riesigen Tumor.

In provisorischen Blechhütten, in denen im Sommer unerträgliche Hitze herrscht, wurden Häute toter Tiere mit einer Lötlampe verbrannt – ein gefährliches und unhygienisches Vorgehen. Der Geruch des Todes hing schwer in der Luft. Daneben fanden sich winzige Käfige für den Transport lebender Tiere und tote Ratten neben Pfützen schwärzlicher Flüssigkeit.

Schockierende Schlachtbedingungen und Gesundheitsrisiken

Eine weitere Hütte diente als illegaler Schlachthof. Eine schmutzige Holzplattform, Messer voller getrocknetem Blut und verrottende Ziegenköpfe auf dem Boden boten ein Bild des Grauens. Hier wurden Tiere ohne jegliche Hygiene geschlachtet, gehäutet und ihr Fleisch direkt an Abnehmer geliefert. Der schlechte Zustand der Tiere, viele mit Anzeichen von Krankheiten wie Schaf- oder Ziegenpocken und Unterernährung, sowie die entsetzlichen Schlachtbedingungen schockierten selbst erfahrene Ermittler. Kommandant José Carlos Martínez von Seprona betonte, dass solche Zustände in Spanien äußerst ungewöhnlich seien.

Ein Netzwerk illegaler Machenschaften

Die „Operation Pocken“ wurde eingeleitet, nachdem bekannt wurde, dass Fleisch aus illegalen Schlachtungen an zehn asiatische Restaurants im Madrider Bezirk Usera und im Industriegebiet Cobo Calleja (Fuenlabrada) geliefert wurde. Vier dieser Betriebe wurden bereits geschlossen. Das Fleisch wurde sowohl auf Speisekarten angeboten als auch über Online-Plattformen nach Hause geliefert.

Der Hauptverdächtige betrieb laut Ermittlungsquellen eine geheime Viehzucht in der Provinz Toledo, von wo aus er den illegalen Transport von Schafen und Ziegen organisierte. Tiere aus legalen und illegalen Farmen wurden mit gefälschten Dokumenten transportiert, wobei ein Teil direkt zu einem Schlachthof in Ávila gelangte und der Rest im geheimen Schlachthof in San Fernando de Henares endete. Dort wurden die Tiere ohne Genehmigung, unter mangelhaften hygienischen Bedingungen und ohne Einhaltung des Tierschutzes geschlachtet.

Neben der Belieferung von Restaurants wurde das Fleisch auch direkt an Privatpersonen verkauft, ebenfalls ohne Rückverfolgbarkeit oder Hygienekontrolle. Die kriminelle Organisation nutzte zudem gefälschte Unterlagen, um Steuerhinterziehung und Geldwäsche durch Barzahlungen und irreguläre Rechnungsstellung zu betreiben. Die Gruppe war hierarchisch strukturiert, mit Mitgliedern, die für Transport, Schlachtung und Verteilung des illegalen Fleisches zuständig waren.

Folgen der Razzia

Alle Tiere im Gehege von San Fernando wurden beschlagnahmt. Obwohl ursprünglich geplant war, die gesunden Tiere in Tierheime zu bringen, mussten aufgrund ihres extrem schlechten Zustands etwa 350 Tiere eingeschläfert werden. Dieser Fall ist ein harter Schlag gegen den illegalen Handel mit Fleischerzeugnissen und unterstreicht die Notwendigkeit verstärkter Hygienekontrollen und der Lebensmittelsicherheit. Die Ermittlungen stehen weiterhin unter Verschluss.


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