Die großen spanischen Bauunternehmen machen bereits 81 % ihres Geschäfts im Ausland

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Bauunternehmen Spanien
Image by Alexander Lesnitsky from Pixabay

Die führenden spanischen Infrastrukturunternehmen setzen ihren globalen Erfolgskurs fort. Die kürzlich veröffentlichten Jahresabschlüsse von Acciona, ACS, FCC, Ferrovial, OHLA und Sacyr zeichnen ein eindeutiges Bild: Das Geschäft floriert mit zweistelligem Wachstum bei Umsatz und Auftragsbestand und einer zunehmenden internationalen Ausrichtung. Nach Berechnungen dieses Mediums erreichte der Gesamtumsatz 2024 87,263 Milliarden Euro, ein Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr. Dieses Wachstum ist vor allem dem Erfolg im Ausland zu verdanken, wo das boomende internationale Geschäft um 16 % auf 70,985 Milliarden Euro anstieg und nun 81 % des Gesamtumsatzes ausmacht – zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Dieser Trend, der sich seit der Wirtschaftskrise 2008 verstärkt, zeigt, wie die großen spanischen Baukonzerne ihre Expertise in der Planung und im Management technisch komplexer Projekte unter Beweis stellen und weltweit ihren Stempel im Infrastruktur-, Energie- und Konzessionsgeschäft hinterlassen. Gleichzeitig vernachlässigen sie den spanischen Markt nicht, wo sie dank der Aufstockung der Next Generation-Fonds der Europäischen Union Umsatz und Auftragsvolumen stabil halten.

Gemessen am Umsatz ist ACS das internationalste Unternehmen der Branche. Der von Florentino Pérez geführte und von Juan Santamaría geleitete Konzern profitiert vom Wachstum in den USA und Australien und steigerte seinen Umsatz um 16 % auf 41,633 Milliarden Euro. Das Auslandsgeschäft ist so bedeutend, dass es bereits 91,4 % des Umsatzes generiert – rund einen Prozentpunkt mehr als im Vorjahr –, obwohl auch der Umsatz in Spanien um 7,5 % auf über 3,6 Milliarden Euro zulegte.

Ferrovial verfolgt eine ähnliche Strategie, die durch den im vergangenen Mai vollzogenen Börsengang an der Wall Street unterstrichen wird, um Investitionen im US-Markt zu fördern, wo das Unternehmen seinen Schwerpunkt setzt. Unter dem Vorsitz von Rafael del Pino und der Geschäftsführung von Ignacio Madridejos steigerte der Konzern seinen Umsatz, beflügelt durch die Mautstraßen in Nordamerika, um 6,7 % auf 9,147 Milliarden Euro. Die Umsatzverteilung bleibt jedoch nahezu unverändert, wobei das Auslandsgeschäft weiterhin 83 % ausmacht, während der Umsatz in Spanien um 7 % auf 1,582 Milliarden Euro stieg.

Die Bilanz von Acciona zeigt weitere Veränderungen. Unter der Leitung von José Manuel Entrecanales erzielte das Unternehmen, das sich auf Infrastruktur und Energie konzentriert, einen neuen Umsatzrekord mit einem Plus von 12 % auf 19,190 Milliarden Euro. Dies ist vor allem auf die internationale Expansion zurückzuführen, die bereits 77 % des Gesamtumsatzes ausmacht – fünf Prozentpunkte mehr als 2023 – nach einem Anstieg von 21 % im letzten Jahr. In Spanien sank der Umsatz um 8 % auf 4,4 Milliarden Euro.

OHLA blickt auf ein wichtiges Jahr zurück, in dem die finanzielle Restrukturierung abgeschlossen und der Umsatz um 16 % auf 3,651 Milliarden Euro gesteigert werden konnte. Das Bauunternehmen, nun unter der Führung des neuen CEO Tomás Ruiz, hebt sich von der Konkurrenz ab, indem es den Anteil des spanischen Geschäfts am Gesamtumsatz erneut erhöhte. Dieser trug 941 Millionen Euro bei, ein Plus von 31 %. Trotz des stetigen Wachstums im In- und Ausland reduzierte sich der Anteil des internationalen Geschäfts von 77 % auf 75 %.

Ein anderes Bild zeigt sich bei Sacyr, das nach Abschluss der Konzessionssanierung im Ausland stark wächst. Das von Manuel Manrique geführte Unternehmen, das sich vor allem auf Lateinamerika konzentriert, verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang von 1 % auf 4,571 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund orientiert sich das Unternehmen zunehmend internationaler und erwirtschaftet bereits 72 % seines Umsatzes im Ausland, was einer Steigerung um acht Prozentpunkte innerhalb eines Jahres entspricht. In Spanien sank der Umsatz um 22 % auf 1,279 Milliarden Euro.

Schließlich ist FCC unter den analysierten Unternehmen weiterhin am stärksten in Spanien engagiert. Der vom Mexikaner Carlos Slim kontrollierte Konzern schloss das Jahr mit einem Umsatzplus von 10,4 % auf 9,071 Milliarden Euro ab, was auf die Konzessionsabteilung sowie Fortschritte in den Bereichen Umwelt und Wasser zurückzuführen ist. Im Gegensatz zu den anderen fünf Konzernen behält FCC eine Umsatzverteilung zwischen Spanien und Ausland von nahezu 50/50 bei, nachdem der Inlandsumsatz um 7 % gestiegen ist.

Die Auftragsbücher der Bauunternehmen deuten darauf hin, dass sich der Trend zur internationalen Ausrichtung fortsetzen wird. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres erreichte der kombinierte Auftragsbestand der sechs Unternehmen 248,617 Milliarden Euro, ein Plus von 13 %. Davon entfallen über 84 % auf im Ausland abgeschlossene Verträge – ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr –, die in den kommenden Jahren Milliardenumsätze für die spanischen Konzerne generieren werden.

Analog zum Umsatz hält ACS den größten Teil seines Auftragsbestands im Ausland, wobei 92 % des Auftragswertes außerhalb Spaniens liegen. Auch das Portfolio von Sacyr mit einem Auslandsanteil von 91 % prognostiziert eine stärkere internationale Ausrichtung. Es folgen Ferrovial mit 86 %, Acciona mit 83 %, OHLA mit knapp 80 % und FCC mit 60 %, die den Rest ihrer zukünftigen Einnahmen im Ausland erzielen werden.


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